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Der unbekannte Loos: Walter
Paraíso Latinoamericano

Architekturzentrum Wien
Auftraggeber*in
Architekturzentrum Wien
Herausgeber*in
Architekturzentrum Wien
 
Inventarnummer
GL-WV-2025_0260
Abbildung
Pez Hejduk
Kernbestand √
Tätigkeit
Grafische, typografische Gestaltung
Kategorie
Ausstellungsgrafik
Datierung
2006
Gestaltung
gabriele lenz büro für visuelle gestaltung
Bereich
Architektur
Redaktion / Beirat / Projektleitung
Ausstellungskuratorin: Sonja Pisarik
Mitarbeit / Mitwirkende
Ausstellungsarchitektur: ARTEC Architekten
 
Beschreibung
Wer Loos sagt, muss Adolf meinen, ist die Regel in der Architekturgeschichte. Diese Ausstellung widmet sich hingegen einem jüngeren Kollegen, dessen Nachlass das Az W seit 2003 besitzt: Walter Loos (1905-1974), Architekt, Möbeldesigner, Bohemien, Emigrant.
Obwohl das Œuvre des Architekten nicht sehr umfangreich ist, zählen seine Bauten in Österreich und Argentinien zu den interessantesten ihrer Zeit. In Vergessenheit geriet er unter anderem, weil er keine öffentlichen Bauten errichtete, es keine theoretischen Schriften von ihm gibt und er ab 1940 im fernen Argentinien aus dem Blickfeld der österreichischen Rezeption rückte.

1905 in Wien geboren, studiert Loos an der Kunstgewerbeschule sowie der Technischen Hochschule Wien u.a. bei Josef Frank und Josef Hoffmann. Ähnlich wie Frank orientiert er sich am Formenkanon des Modernen Bauens, ohne sich diesem rigoros zu unterwerfen. Seine Bauten zeichnen sich durch ihre Eleganz, Leichtigkeit und Wohnlichkeit aus.

Loos und seine spätere Frau Fridl Steininger, eine sehr erfolgreiche Modedesignerin, emigrieren über England und die USA nach Argentinien. Im Exil macht sich Walter Loos vor allem als Möbeldesigner einen Namen. Die Arbeit des Ehepaars steht in engem Zusammenhang – über einen gemeinsamen Kundenkreis, aber auch durch das für beide charakteristische Streben nach einer Symbiose von Moderne und Tradition.

“Es lohnt sich, seine Häuser und Einrichtungen, seine Möbel und Designobjekte genau anzusehen, und man erfährt aus ihnen mehr über die im Aufbruch befindliche und dann geköpfte Avantgarde, als aus manchen Kommentaren ihrer Zeit.“ Friedrich Achleitner

Die Ausstellung ist um die Frage organisiert, wie sich der Bruch, den die Emigration setzt, auf Leben und Werk von Walter Loos auswirkt und gliedert sich in zwei chronologisch/geographische Hauptinseln: vor und nach der Emigration; Wien (bzw. auch Deutschland) und Buenos Aires. Gezeigt werden Pläne, Fotos, Entwürfe, Häuser, Mode und Möbel. Das breite Themenspektrum (Architektur und Möbeldesign, Mode, Emigration, Sozial- und Kulturgeschichte Argentiniens) soll Zugänge ermöglichen, die nicht nur auf dem Interesse an Architekturgeschichte beruhen.

PUBLIKATION
Zur Ausstellung „Der unbekannte Loos: Walter“ erscheint eine Publikation. 128 Seiten, ca. 200 Abbildungen. Autoren: Friedrich Achleitner, Oliver Kühschelm, Sonja Pisarik. Herausgeber: Architekturzentrum Wien, Verlag Holzhausen

Grafische Gestaltung Ausstellung und Publikation – Gabriele Lenz