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Foyergestaltung der Kammer für Arbeiter und Angestellte
Geladener Wettbewerb, 1. Platz
Material
Die LED-Leuchtkästen (A2), räumlich gekippt, werden bestückt mit bedruckten Folien. Für die Beschriftung sind Klebebuchstaben in Schwarz und in Grautönen vorgesehen, abgestimmt auf die Farbe des Natursteines in der Halle. Die kleinen Texte sind am dunkelsten, die großen am hellsten, die auf dem Glaskubus transparent. Auch die Grundrissfragmente sind in einem warmen Grauton gehalten.
Umfang
17 Leuchtkästen, div. Klebebeschriftungen, Sandstrahlbeschriftung
Auftraggeber*in
Arbeiterkammer Wien
Erscheinungsort
Wien
Ort / Aufbewahrung
AK Wien
Prinz Eugen Straße 20-22, 1040 Wien
Zustand
zerstört/Glasbschriftung außen erhalten
 
Inventarnummer
GL-WV-2025_0285
Abbildung
© Pez Hejduk (1,2,3); Detail Scheibe: Anja Mönkemöller
Kernbestand √
Tätigkeit
Visuelle Konzeption und Gestaltung
Kategorie
Ausstellung
Datierung
2007
Gestaltung
gabriele lenz, büro für visuelle gestaltung gemeinsam mit mönkemöller und kreppel architekturbüro ZT OG
Bereich
Soziales
Autor*innen
Fotograf*innen
Hertha Hurnaus (Leuchtkästensujets)
Mitarbeit / Mitwirkende
Grundrissmalerei: Wolfgang Stöckl
Fotoreihe "Arbeitswelten": Hertha Hurnaus
 
Beschreibung
Die Gestaltung des Foyers dokumentiert die gesellschaftliche Rolle der Arbeiterkammer sowie die besondere Geschichte des Ortes, an welchem bis 1955 das Palais Albert Rothschild stand. Im Palais richtete 1938 das nationalsozialistische Regime die Zentralstelle für jüdische Auswanderung ein. Sie war eine Einrichtung des Sicherheitsdienstes der SS und sollte dazu dienen, die durch den Terror der NSDAP forcierte jüdische Auswanderung zu beschleunigen, die Vertriebenen dabei aber möglichst effizient um große Teile ihres Hab und Guts zu bringen. Sie wurde bis zu ihrer Schließung im März 1943 zur wichtigsten Institution der systematischen Beraubung, Vertreibung und schließlich zur Deportation und Ermordung von bis zu 200.000 Jüdinnen und Juden aus Wien. Der Ausstellungsraum liegt stadträumlich prominent mit Fenster zur Prinz-Eugen-Straße. Durch Einbeziehung des ganzen Raumes und des neuen Glaskubus in die Ausstellungsgestaltung erzeugen wir eine Raumstimmung, die über das Bespielen zweier Wände hinausgeht. Die Gestaltungselemente wirken in verschiedenen Ebenen auf den Besucher, vom blassen, handgemalten Grundriss des ehemaligen Palais Rothschild im Hintergrund bis zum Foto-Leuchtkasten im Vordergrund. Ein umlaufendes Zitat von Johann Böhm, 1886–1959: „Soziale Sicherheit ist die verlässlichste Grundlage der Demokratie“ hält die Komposition zusammen und transportiert die Ausstellung über den Glaskubus in den Außenraum. Auf dem Glas, von außen lesbar und in Sandstrahltechnik dauerhaft aufgebracht, verweist der Schriftzug „Palais Rothschild (1884–1955)“ auch im Straßenraum auf die Geschichte des Ortes.